Lehrveranstaltung

Beschreibung der Lehrveranstaltung

Begegnung zwischen den Kulturen – Environment zur Alltagskultur ausländischer Arbeiter.

Nicht nur ihr Dorf, ihre Stadt verließen die Türken, Griechen, Jugoslawen, wenn sie für einen mehr oder weniger langen Zeitraum hier bei uns arbeiten, sondern auch die Vertrautheit und Sicherheit ihrer Kultur. Man kann aber eine Kultur, die wesentliches Element der eigenen Identität ist, nicht verlassen wie einen Ort. Und so leben Formen ausländischer Alltagskultur in Berliner Wohnbezirken und Stadtteilen wieder auf.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstamt Schöneberg wird in diesem Projekt ein Environment für ein Stadtteilfest entstehen, das die Möglichkeiten und nachvollziehbar machen soll.

Geplant ist eine Unterteilung der Bereiche
– eigene Kultur als Ausgangspunkt: kulturelle Tradition als Stütze der Identität der verschiedenen Mitglieder einer regionalen Gemeinschaft, Entwicklungsstand kunsthandwerklicher Aktivitäten, kulturelle Formen der kommunikation, aber auch kulturelle Tradition als Fessel für eine gesellschaftliche Weiterentwicklung.
– Situation im „Gast“land, das sich für die Ausländer meist als sehr ungastlich erweist, kulturelle Aktivitäten als Schutz und selbstorganisierter Widerstand, aber auch die Erschütterung traditioneller Selbstverständlichkeiten (Wohnen, Familie, Rolle der Fran) durch die Einflüsse des ganz (unseren)Kulturkreises.
– die Wirkung dieses anderen Kulturkreises als Entfremdung von der eigenen kulturellen Identität: ist der Ausländer, zurückgekehrt in seine Heimat, ein Fremder im eigenen Land? Wie vermittelt uns der Tourismus die Heimat der Ausländer? Kunsthandwerk, ursprünglich Beispiel entwickelter Alltagskultur, erfährt der Tourist als vorfahrizierte Massenware.

Die Realisierung dieses Projekts schließt ein die kulturtheoretische Analyse von Alltagskultur (auch im Hinblick auf unsere eigenen kulturellen Aktivitäten), die besonderen Erfordernisse künstlerischer Ausdrucksmittel bei der Darstellung gesellschaftlicher Probleme, das Kennenlernen und Einschätzen der Möglichkeiten und Grenzen eines bezirklichen Kulturamtes und die Entwicklung künstlerischer Ideen zu antragsreifen Konzepten.