Lehrveranstaltung

Beschreibung der Lehrveranstaltung

Wir wollen durch unterschiedliche ‚ästhetische Versuchsreihen‘ die je persönlichen Wechselbeziehungen zwischen Körper, Hand, Material, Format und den inneren Motiven aufdecken, die sich in freien Figurationen ausdrücken. Uns interessieren die Brechungen, Verschiebungen oder Überformungen, die die gemeinten Motive im HAND-Werk und im Material erfahren können. Auf diese Weise erhoffen wir uns Einsicht in ästhetische Prozesse, die bislang wenig erforscht sind.
Wir vermuten, daß jeder im Laufe seiner Biografie bestimmte Ausdrucksformen der Handmotorik ausgeprägt hat (Zusammenhang Schrift – Zeichenweise), wie z. B. die Art einen Stift zu halten und zu handhaben, Vorliegen für bestimmte Schwünge, Linienführungen, Rhythmen, die seine Art des Zeichnens prägen, die sich gewissermaßen über die angeeigneten Symbole legen, Wahl und Bewertung der Symbole selbst womöglich beeinflussen.
Wir vermuten die Existenz von Grundmustern, die unsere künstlerische Praxis prägen, leiten oder auch behindern. Um diesen vermuteten Grundmustern auf die Spur zu kommen, setzen wir als gemeinsamen Bezugspunkt der Seminararbeit individuelle ästhetische Figurationen.

Wir werden serielle Arbeitsweisen erproben, in denen wir sowohl auf der Ebene der BILDPRODUKTION als auch auf der Ebene BEGRIFFLICHER ANSTRENGUNG die INNEREN STRUKTUREN VON SYMBOLISIERUNGSPROZESSEN herausarbeiten wollen.
Hierbei benutzen wir
– Formen der Prozeßbeschleunigung und -verlangsamung
– Format- und Materialwechsel
– begriffliches und bildhaftes Assoziieren
– analytische Intervention
als Mittel, den Schleier von Gewohnheiten zu durchbrechen.