Lehrveranstaltung

Beschreibung der Lehrveranstaltung

In der Arbeit mit Behinderten lassen sich für die letzten vierzig Jahre verschiedene Strömungen skizzieren: Abrücken von dem streng medizinischen Blick auf Behinderte – Versuche, gesellschaftliche Ausgrenzung Behinderter durch integrative Modelle zu überwinden – verstärkte Förderung Behinderter durch bildnerische Mittel.

Der letztgenannte Bereich bildet den Schwerpunkt des Blocksemiriars. In der Veranstaltung sollen unterschiedliche Beispiele künstlerischer Praxis mit Behinderten erörtert werden. Folgende Aspekte können Gegenstand unserer Arbeit werden: Wie werden Behinderte von Künstlern, Therapeuten, Betreuern wahrgenommen? Welche Bedeutung messen sie der künstlerischen Praxis für die Arbeit mit Behinderten bei? Welcher künstlerischen Mittel bedienen sie sich? Wie und mit welchen Absichten werden Arbeitsweisen (Themen und Techniken) auf bestimmte Arten von Behinderung bezogen? Welche Auswirkungen kann die Auseinandersetzung mit Behinderten für die eigene sinnliche Wahrnehmung haben? Was läßt sich über die Schädigung der Sinne stichhaltig aussagen? Was soll/kann künstlerische Praxis bewirken? Werden Behinderte nach psychisch Kranken und Gefangenen zur neuen Lieblingszielgruppe des Kulturbetriebs? u.a.m. Bereits von den Teilnehmern durchgeführte Projekte mit Behinderten können ebenfalls Gegenstand der gemeinsamen Arbeit sein.
Ein Teil der Fragen soll am Beispiel der Ausstellung und des Katalogs: „Künstler aus Stetten – Menschen mit geistiger Behinderung stellen aus“ erarbeitet werden.
(Ausstellungstermin 16. Mai – 5. Juni, siehe dazu gesonderten Aushang)