Lehrveranstaltung
Enthüllungen einer Denkmalsgeschlchte. Ein kultursoziologisches Experiment – künstlerische Aktionen zur „Pannekaukenfrau“ in Schwerte
Semester/Jahr
SoSe 88
Zuständige Lehrende
Katharina Jedermann
Silke Wenk
Kurstyp
Theorie-Praxis-Seminar
Praxisort
-
Kooperationspartner
-
Beschreibung der Lehrveranstaltung
Denkmäler für Frauen gibt es (nicht nur in Berlin) ganz wenige. Sucht man Frauenbilder in der öffentlichen Skulptur, so findet man sie vor allem an den Sockeln großer Männer, als Allegorien des Sieges, der Künste u.a., oder als Akt, scheinbar zeitlos und ohne weitere Bedeutung. Was kaum zu entdecken ist, sind Bilder von Frauen, die ihre Arbeit tun, sei es im Haus oder außer Haus. Die „Trümmerfrau“ von Katharina Singer in der Hasenheide ist eine Ausnahme.
In der Ruhrgebietsstadt Schwerte wurde 1984 nach mehrjährigen Auseinandersetzungen die „Pannekaukenfrau“ aus Bronze enthüllt – als „Wahrzeichen für die Stadt“, als „Denkmal für die Schwerter Frauen und Mütter“. Die Pannekaukenfrau hat in der Tradition der „Schichte“, eines besonderen Modells der Nachbarschaftshilfe, einen wichtigen Platz.
Gegen die Errichtung eines Denkmals für die Pannekauken (=Reibekuchen) anbietende Frau hat es aus verschiedenen Gruppen der Bevölkerung Widerstand gegeben. Die Auseinandersetzungen um die Aufstellung – auch zwischen Frauen – und die kulturpolitischen Aktivitäten der Stadt sowie die Geschichte des Schwerter Modells der „Schichte“ sind Gegenstand des TPS und Ausgangspunkt für Aktionen und eine Open-Air-Ausstellung z.B. auf dem Schwerter Marktplatz, in Kooperation mit der Volkshochschule und Bürgerinnen aus Schwerte.
Das Projekt soll als „Schnellprojekt“ im Sommer 1988 in Schwerte realisiert werden – in vorbereitenden Sitzungen in Berlin geht es um Funktion und Geschichte von Bildern des Weiblichen in der öffentlichen Skulptur allgemein und in der Schwerter Geschichte im Besonderen. Geplant ist darin auch eine Auswertung des Projekts und der Ausstellung „denk mal frauen“, die im Dezember 1987 auch in Schwerte gezeigt wurde.
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