Lehrveranstaltung
Freizeit-Arbeit. Tendenzen und Theorien in einem neuen Praxisbereich
Semester/Jahr
SoSe 85
Zuständige Lehrende
Heister
Kurstyp
Seminar
Praxisort
-
Kooperationspartner
-
Beschreibung der Lehrveranstaltung
Der Seminar-Titel ist mehrdeutig. Er verweist so darauf, daß eine theoretische und empirische Klärung der Begriffe „Freizeit“, „Arbeit“ und „Freizeitarbeit“ erforderlich ist. Diese erfolgt vor allem in Auseinandersetzung mit neueren Theorieansätzen (Opaschowski, Nahrstedt, Gorz, Willis u.a.); dabei wird soweit wie moglich auch historisches Material (etwa der Kampf um den 8-Stunden-Tag und die 35-Stunden-Woche) mit herangezogen.
Es geht dabei um das Verhältnis Freizeit-Arbeit(szeit), die unter unseren Bedingungen als Gegensätze erscheinen (Arbeit als Selbstverwirklichung und Lohnarbeit als Entfremdung; Freizeit als Reproduktion der Arbeitskraft und als „Reich der Freiheit“; (Arbeitslosigkeit als „Muße“).
Es geht 2. um Freizeit als Berufsfeld etwa von Freizeitpädagogik, Kulturarbeit (bzw. -pädagogik), Animation (Sozialisation gegen Kommerzialisierung; Verwaltung oder Selbstbestimmung; Breiten- und Projektarbeit). Es geht 3. um die – etwa im Namen von „Subsidiarität“ gegen „Solidarität“ propagierte – Tendenz zur verstärkten Verlagerung von Arbeitstätigkeiten in die freie Zeit („Selbstbedienung“; Verkabelung und Heimarbeit; Do-it-yourself und „Schwarzarbeit“; Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen und Sozialarbeit).
Die hier von den“Verbrauchern“ geleistete Gratis-Arbeit, die z. T. gesellschaftlich notwendige Arbeit ist, wird dann als „selbstbestimmbare“ usw. „Freizeitarbeit“ (Nahrstedt) ideologisch verklart.
###