Projekt

Beschreibung des Projekts

Im Rahmen der Kieler Woche 1978 beteiligte sich eine Künstlergruppe des Modellversuchs mit drei Projekten an der „Spiellinie – Kiellinie“. Ihr Auftrag, der sich in Aktivitäten des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) einordnete, bestand u. a. darin, auch andere Altersgruppen als Kinder und jüngere Schüler einzubeziehen und einen Bezug zu Stadt und Umwelt herzustellen. Dies gelang mit einem „November-Puzzle“, das zum 60. Jahrestag des Kieler Matrosenaufstands an die Ereignisse von 1918 erinnern sollte, und mit einem Riesenposter „Arbeitswelt Kieler Hafen“. Hier war das Ziel, auf die Bedrohung der Arbeitsplätze im Schiffbau aufmerksam zu machen und anzuregen, die bekannte Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Beide Projekte basierten auf Untersuchungen und Vorstudien, die von der Künstlergruppe gemeinsam – teils vor Ort und teils am Schreibtisch – gemacht wurden.

Das dritte Projekt „Historischer Webstuhl“ verband die Vermittlung alter Webtechniken mit Informationen über die Entwicklung von Arbeitsformen und Geräten in einer Foto-Dokumentation. Die verschiedenen Interessen und Erfahrungen des Publikums wurden in Spielaktionen mit technisch- und stadtgeschichtlichem Inhalt aufgegriffen. Spaß und Lernen, Spiel und Erkenntnis sollten verbunden werden. So wurde versucht, das heute bei Kultur- und Volksfesten übliche Konzept „Mitmachen“ inhaltlich weiterzuentwickeln. Dies ist beispielhaft bei der Integration ausländischer Arbeitnehmer aus Berlin und Kiel gelungen, die ihre Kultur mit Musik, Tanz und Folklore vorstellten. Der Modellversuch war bei der Kontaktaufnahme mit den Ausländergruppen, der Konzeptvorstellung und der Organisation beteiligt.

Viele Erfahrungen bei der Kiellinie lassen sich auf Projekte kommunaler Kulturerziehung und Kulturarbeit mit bestimmten Zielgruppen übertragen – gegenwärtig wird die Arbeit in einem Projekt zur Vorbereitung der Bundesgartenschau in Bonn 1979 weitergeführt.