Lehrveranstaltung

Beschreibung der Lehrveranstaltung

Das moderne Kunstwerk sollte ein Gesamtkunstwerk sein: multimedial, interdisziplinär, spartenübergreifend – so die Forderungen der wichtigsten Avantgarde-Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts! Die‚Bewegung’ sprang auf alle traditionellen Sparten und Disziplinen über: anstelle von Oper, Symphonie, Operette, Kunstgesang und traditioneller Harmonien wurde avantgardistische Musik hellhörig auf Ur-töne, Naturgeräusche, Stammlaute, Geräusche des Alltags, U-Musik, Volksmusik und ‚Neger-Musik’.

Auch der artifizielle Bewegungskanon des menschlichen Körpers, wie er sich auf der klassischen Ballettbühne, den Gesellschaftstänzen, dem Volkstanz oder in den Unterhaltungsrevuen darstellte, wurde gründlich entrümpelt.

Der Körper sollte seine eigenen Körpersprache entdecken und neue Ausdrucksformen erfinden. Auf der einen Seite standen Freikörper-Kultur, Monte-Verita-Bewegung und neue Gesellschaftstänze aus anderen Ländern Pate, auf der anderen Seite gab es die Pantomime, der Groteskentanz, der Maskentanz und Ausdruckstanz, der danse-nègre und die Kunst-tänze der Avantgardisten auf der Bühne in Tanzdielen.

Mit dem Kennen lernen einzelner Solistinnen dieses Genres, wie Paquerette, Lucy Vidil, Josephine Baker, Anita Berber, Valeska Gert u.a. sollte gleichzeitig eine Vernetzung stattfinden von diesen frühen Performancekünstlerinnen zu der Generation der 70-90er Jahre, die sich mit dieser Kunstgattung beschäftigt haben.